Kann Depression vererbt werden?

Beantwortet von: Lic. Phil. Isabelle Spreng, MSc, Psychiatrischer Dienst Spital Emmental

Aus Familienstudien weiss man, dass erbliche Faktoren zur Entwicklung von Depression beitragen. Je näher der Verwandtschaftsgrad (eineiige Zwillinge, Geschwister, Eltern) desto grösser die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken. Neuere Untersuchungen zeigen, dass es nicht nur ein einzelnes Depressionsgen gibt, sondern eine Reihe von Bausteinen im Erbgut, welche im Zusammenspiel mit den jeweiligen Lebensumständen am seelischen Gleichgewicht der betreffenden Menschen mitwirken. Das heisst, dass depressives Erkranken selbst bei nahen Verwandten mit Depressionen kein unabwendbares Schicksal darstellt und Depressionen heutzutage in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden können. So darf eine Familienplanung auch bei allfälligem Vorliegen einer depressiven Veranlagung mit positiven Gedanken angegangen werden.