Wie probiert man Jugendliche, die unter einer Sucht (Drogen etc. ) leiden, wieder in eine „normale Welt“ zurückzuführen?

Beantwortet von: Matthias Rauh, Berner Gesundheit

Es gibt sehr interessante Worte in dieser Fragestellung, probieren – Jugend – Drogen- Sucht und Norm. Mit Hilfe dieser Worte würde ich Dir gerne antworten:

Als Jugendliche/r probierst und suchst du die Grenzen der Normalität, vor der Sucht steht oft eine Art Suche. Jugendliche entwickeln in ihren Bezugsgruppen neue eigene Normen, Leiden stellt kein Hindernis dar, das Ausprobieren und Konsumieren von Substanzen geschieht oft absichtslos und ist nicht ergebnisorientiert. Gleichzeitig suchen sie Sicherheit und Geborgenheit und verlangen nach Orientierung. In diesem Sinn versuche ich in den Gesprächen mit jungen Menschen, sowohl der spannenden und gefährlichen Suche Rechnung zu tragen und ihnen gleichzeitig Orientierungshilfen bewusst zu machen. Es kann helfen die Eltern zu stärken, damit ihre Erfahrung wieder als Hilfe und nicht als Hürde erlebt wird. In wenigen Fällen sind Jugendliche wirklich körperlich oder psychisch von einer Substanz abhängig, in solchen Fällen empfehlen wir einen Entzug, sei es stationär oder ambulant. Jugendliche suchen Erfolgserlebnisse und wollen neue Sachen beherrschen und kennen lernen, es hilft Ihnen, wenn sie wissen, was sie tun wollen und dürfen. In diesem Sinne macht sich jeder Jugendliche in die neue Welt des Erwachsenwerdens auf oder wird Musiker, Schauspieler oder Künstler 🙂